Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e.V.
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In den vergangenen Wochen hat sich die wirtschaftliche Lage dramatisch zugespitzt. Handelskonflikte
eskalieren, die Inflation steigt, das Wachstum schwächt sich weiter ab – überall verdichten sich die
Krisensignale. Inzwischen ist die Arbeitslosigkeit bei der Drei-Millionen-Marke angekommen. Die Fakten
sind unbestreitbar, Deutschland steckt in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Der Vergleich mit
anderen Ländern zeigt, dass diese Krise vor allem hausgemacht ist. Deutschland hat nicht nur ein
vorübergehendes, konjunkturelles, sondern insbesondere strukturelle Probleme.
Doch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Koalitionsverhandlungen zeigen sich von diesen Entwicklungen scheinbar unbeeindruckt. Ihre bisherigen Zwischenergebnisse sind unzureichend und tragen der sich zuspitzenden Lage in den Unternehmen und Betrieben nicht Rechnung. Was bislang
vorliegt, ignoriert in vielen Bereichen die wachsenden wirtschaftlichen Herausforderungen. Eines ist
klar: Schulden allein lösen keine Probleme. Ohne tiefgreifende Reformen wird es keinen nachhaltigen
Aufschwung geben. Und nur durch neues wirtschaftliches Wachstum können Arbeits- und Ausbildungsplätze gesichert werden. Jetzt ist daher entschlossenes Handeln gefragt.
Es darf in den Koalitionsverhandlungen nicht darum gehen, wer sich symbolisch durchsetzt. Es kommt
vielmehr darauf an, für unser Land die Weichen für mehr Wachstum und Beschäftigung zu stellen. Vor
allem in den folgenden Bereichen muss ein Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD deutlich mehr
Ambition zeigen, als es bisherige Zwischenstände erwarten lassen:
Deutschland nimmt bei der Höhe der Steuerbelastung für Unternehmen und Betriebe mit
rund 30 Prozent international eine Spitzenposition ein, was sich zu einem erheblichen Standortnachteil
entwickelt hat. Die Steuerbelastung der Unternehmen und Betriebe muss spürbar
reduziert werden. Ziel muss es sein, die derzeitige Steuerbelastung der Unternehmen – zumindest
schrittweise – auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau von maximal 25 Prozent
abzusenken.
Nur wirtschaftliches Wachstum sichert Arbeitsplätze und den sozialen Zusammenhalt. CDU, CSU und
SPD müssen sich jetzt für wirksame, strukturelle Reformen entscheiden. Der Standort Deutschland
muss dringend wieder attraktiver werden – für Investitionen, für Innovationen und für all jene, die mit
unternehmerischem Mut Verantwortung übernehmen. Es muss sich lohnen, in diesem Land ein Unternehmen zu führen. Wenn die künftige Bundesregierung das nicht schnell und konsequent ermöglicht, wird sich der wirtschaftliche Abschwung in den kommenden Jahren nicht mehr aufhalten lassen.